Versicherungen schröpfen Ausländer bei der Schweizer Autoversicherung

Die Autoversicherung Schweiz unterscheidet sich nicht wesentlich von der Autoversicherung in Deutschland. Die Prämie ist offenbar in starkem Maße davon abhängig, welcher Nationalität man ist. Das heißt die Schweizer Bürger fahren sehr viel günstiger von der Versicherung her als Ausländer. Man kann hier schon ganz offen von einer Art Diskriminierung sprechen, wobei der Schweizer Bundesrat dies schon vor einigen Jahren verneinte und selbst keinen Ungerechtigkeit bzw. Diskriminierung erkennt. Trotz heftiger Kritik und Ausschlachtung des Themas in den Medien auch in anderen Ländern Europas ziehen die Versicherungsgesellschaften in der Schweiz ihr System durch. Sie schröpfen die Ausländer regelrecht – und zwar bis zur Einbürgerung. Selbst Neulenker mit Schweizer Staatsangehörigkeit zahlen wesentlich weniger als Ausländer. Österreicher und Deutsche kommen da noch glimpflich davon.

Foto: Benjamin Klack  / pixelio.de
Foto: Benjamin Klack / pixelio.de

Autoversicherung – nicht der einzige Bereich der Diskriminierung

Doch die Autoversicherung ist in der Schweiz nicht der einzige Bereich, in dem Ausländer wie Menschen zweiter Klasse behandelt werden sollen. So wurde im Zürcher Kantonsrat kürzlich von einer Partei eingebracht, dass es eine Unterscheidung in der Kriminalstatistik geben sollte zwischen „reinen Schweizern“ und „Eingebürgerten“. Die Begründung der Partei lässt dabei auf Rechtspopulismus schließen, denn Ausländer mit Migrationshintergrund würden überproportional oft kriminelle Handlungen begehen – auch Eingebürgerte. Ein Aufschrei im Kantonrat war zwar vorprogrammiert, doch die Diskriminierung über die Berechnung der Autoversicherung ist für Ausländer in der Schweiz schon längst ungerecht. Warum die Tarife für Ausländer höher sind als für die Schweizer, das ist das „Geschäftsgeheimnis“ der Versicherungsgesellschaften.

Brisante Abstufungen

In der Schweiz wird auch jedem Türken, Serben und Albaner erklärt, wenn er sich ein Auto kauft, dass er tief in die Tasche greifen muss. Die Autohändler sind sich da natürlich auch nicht und erhalten ebenso wenig Antworten wie die Journalisten, die die hohen Tarife hinterfragen. Angeblich setzen die Versicherungsgesellschaften in der Schweiz Scoringmodelle ein, bei denen verschiedene schadenrelevante Faktorausprägungen angesetzt werden. Neben dem Alter und dem Geschlecht, der Fahrerfahrung und dem bisherigen Schadensverlauft ist eben auch die Nationalität eine dieser Faktoren. Bei jungen Männern mit wenig Fahrerfahrung ist der Unterschied zudem was sie als Türke, Serbe oder Schweizer zahlen recht eindeutig und liegt schon im Bereich von mehr als 50 Prozent.